Hitzewallungen, Schlafstörungen, vaginale Trockenheit, Stimmungslabilität, Gelenkbeschwerden: klimakterische Symptome werden in der gynäkologischen Sprechstunde individuell besprochen. Die DGGG/AWMF-Leitlinie beschreibt die Hormonersatz-Therapie heute differenzierter als noch vor 20 Jahren — mit klaren Indikationen, klaren Kontraindikationen und einem breiten Korridor individueller Anpassung. Eine spezialisierte Frauenärztin mit Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie ordnet mit dir Phase, Symptome und Risiko-Profil ein und bespricht, welche Therapie-Optionen zu deiner Situation passen.
Die Selbstauskunft ersetzt keine ärztliche Beratung. Eine Hormontherapie wird ausschließlich nach persönlicher Untersuchung verschrieben.
Regelmäßiger Zyklus, normale Hormonproduktion. Wechseljahresbeschwerden sind in dieser Phase ungewöhnlich — Ursachenklärung sinnvoll, oft Schilddrüse oder andere Hormonachsen.
Übergangsphase mit unregelmäßigem Zyklus, schwankenden Östradiol-Spiegeln. Erste Symptome treten typischerweise hier auf — viele Frauen unterschätzen die Phase und bekommen erst spät eine passende Beratung.
Letzte spontane Regelblutung. Wird retrospektiv festgestellt, wenn 12 Monate keine weitere Blutung mehr aufgetreten ist. Symptome häufig am stärksten in den 2-3 Jahren vor und nach der Menopause.
Stabil niedrige Östradiol-Spiegel. Akute Symptome lassen oft nach, langfristige Effekte (Knochengesundheit, urogenitale Atrophie, kardiovaskuläres Risiko) gewinnen an Bedeutung. HRT bleibt eine sinnvolle Option je nach Indikation.
Östradiol als Pflaster, Gel oder oral — meist transdermal bevorzugt wegen niedrigerem Thrombose-Risiko. Bei erhaltener Gebärmutter immer kombiniert mit Progesteron (mikronisiert, bioidentisch oder synthetisch) zum Schutz des Endometriums. Wirkt auf alle klimakterischen Symptome, besonders stark auf vasomotorische Beschwerden.
Östriol-Creme, -Zäpfchen oder -Vaginalring bei isolierten vaginalen Beschwerden (Trockenheit, Schmerzen beim Sex, häufige Blasenentzündungen). Praktisch keine systemische Resorption — auch für viele Frauen mit Kontraindikationen gegen systemische HRT geeignet.
Synthetisches Steroid mit östrogen-, gestagen- und schwach androgener Wirkung. Indikation: Postmenopause mit Hitzewallungen und Libido-Mangel. Kein zusätzliches Progesteron nötig.
Wenn HRT nicht in Frage kommt oder gewünscht ist: SSRI/SNRI (z. B. Venlafaxin, Citalopram) und Gabapentin reduzieren Hitzewallungen wirksam. Pflanzliche Präparate (Soja, Traubensilberkerze, Mönchspfeffer) wirken bei einem Teil der Frauen — Evidenzlage uneinheitlich. Kühlung, Sport, Reduktion von Triggern (Alkohol, Koffein, Stress) helfen unterstützend.
Die WHI-Studie 2002 hat HRT lange in der öffentlichen Wahrnehmung negativ geprägt. Re-Analysen haben gezeigt: die ursprüngliche Studie hatte ein überaltertes Kollektiv und eine spezifische Kombinations-Therapie. Bei jüngeren, gesünderen Frauen mit klarer Indikation bewertet die aktuelle Studienlage Nutzen und Risiken differenzierter.
Diese Punkte sind nur eine grobe Übersicht und ersetzen keine individuelle ärztliche Abwägung. Eine spezialisierte Ärztin bespricht mit dir, was für deine Konstellation gilt.
Relative Kontraindikationen (Migräne mit Aura, schwere Hypertonie, BRCA- Mutation, Adipositas) werden individuell bewertet — sind keine automatischen Ausschluss-Kriterien.
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen HRT-Präparate teilweise per GKV-Verordnung. Die Selbstzahler-Beratung ermöglicht eine ausführlichere Sprechstunde, individuelle Therapie-Auswahl jenseits der Standard-Präparate und schnellere Termine.
Die Selbstauskunft führt dich in fünf Minuten durch neun Fragen zu Zyklus, Symptomen und Risikofaktoren. Du bekommst eine Einordnung deiner Wechseljahres-Phase, eine Symptom-Übersicht und — falls passend — Vorschläge für spezialisierte Praxen. Sie ersetzt keine ärztliche Diagnose; die finale Einschätzung trifft eine Ärztin in der Sprechstunde.
Selbstauskunft startenDiese Seite ist eine redaktionelle Information für Patientinnen. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung. Wirkstoff-Namen werden im sachlich-informativen Kontext genannt; sie dienen nicht der Bewerbung rezeptpflichtiger Arzneimittel gegenüber Endverbraucherinnen.