Macht eine HRT dick?
Die ehrliche Einordnung: Was Gewichtszunahme in den Wechseljahren verursacht und welche Rolle die Hormontherapie dabei tatsächlich spielt.
„Von Hormonen nimmt man zu" ist eine der hartnäckigsten Sorgen. Die Studienlage zeichnet ein differenzierteres Bild — die Gewichtszunahme in den Wechseljahren ist meist nicht die Folge der HRT.
Diese Seite ordnet ein. Die individuelle Bewertung erfolgt ärztlich.
Was die Gewichtszunahme wirklich verursacht
Die Gewichtszunahme um die Menopause ist primär alters- und lebensstilbedingt (sinkende Muskelmasse, reduzierter Grundumsatz, weniger Bewegung). Der Östrogenabfall verschiebt zusätzlich die Fettverteilung zum Bauch hin (viszeral), unabhängig von einer HRT.
Das heißt: Auch ohne HRT nehmen viele Frauen in dieser Lebensphase zu — die Hormontherapie ist nicht die Ursache.
Was die Studienlage zur HRT zeigt
Kontrollierte Studien zeigen keine relevante HRT-bedingte Gewichtszunahme; teilweise wird unter HRT eine günstigere Fettverteilung (weniger viszerales Fett) beobachtet. Zu Beginn können Wassereinlagerungen oder Brustspannen ein „Schwere-Gefühl" verursachen, das oft mit echter Gewichtszunahme verwechselt wird.
Eine ungeeignete Gestagen-Komponente kann individuell zu Wassereinlagerung führen — ein Grund, die Therapie individuell anzupassen.
Häufige Fragen
Nehme ich durch HRT zu?
Studien zeigen keine relevante HRT-bedingte Gewichtszunahme. Die Zunahme in den Wechseljahren ist überwiegend alters- und lebensstilbedingt.
Warum fühle ich mich am Anfang „aufgeschwemmt"?
Anfängliche Wassereinlagerung oder Brustspannen können ein Schwere-Gefühl auslösen, das oft mit Gewichtszunahme verwechselt wird. Eine Dosis-/Präparatanpassung kann helfen.
Hilft HRT beim Abnehmen?
HRT ist kein Abnehmmittel. Sie kann die viszerale Fettverteilung günstig beeinflussen, ersetzt aber keine Lebensstil- oder ggf. Stoffwechseltherapie.
Quellen
- NAMS Position Statement on Hormone Therapy. Menopause. 2022;29(7):767-794.
- Cochrane Review: HRT and body weight.
- DGGG/AWMF S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause (Stand 2025).