Wie lange sollte man eine HRT nehmen?
Warum es keine pauschale Höchstdauer gibt, was die jährliche Re-Evaluation bedeutet und wie ein Ausschleichen verantwortungsvoll abläuft.
Die früher verbreitete Regel „so kurz wie möglich" ist überholt. Die moderne Leitlinienlage stellt die individuelle, jährlich überprüfte Nutzen-Risiko-Abwägung in den Mittelpunkt.
Diese Seite erklärt das Konzept. Die konkrete Dauer entscheidet die Ärztin individuell.
Keine starre Höchstdauer
Aktuelle Leitlinien (DGGG, NAMS) nennen keine feste maximale Therapiedauer. Entscheidend ist die fortlaufende individuelle Abwägung: Symptomlast, Alter, Risikoprofil, Applikationsform.
Viele Frauen nutzen HRT über mehrere Jahre; bei klarer Indikation und vertretbarem Risiko kann die Therapie auch länger sinnvoll sein.
Jährliche Re-Evaluation
Mindestens einmal jährlich werden Nutzen (Symptomkontrolle, Lebensqualität, Knochengesundheit) und Risiken (kardiovaskulär, onkologisch) gemeinsam neu bewertet und die Therapie ggf. angepasst.
Diese strukturierte Re-Evaluation ersetzt die alte „Stoppuhr-Logik".
Ausschleichen statt abruptes Absetzen
Wird die HRT beendet, erfolgt das meist schrittweise über Wochen bis Monate, um ein Wiederaufflammen der Beschwerden (Rebound) zu mildern. Auch das Ausschleichen wird ärztlich begleitet.
Häufige Fragen
Gibt es eine maximale HRT-Dauer?
Nein, keine starre Höchstdauer. Entscheidend ist die jährliche individuelle Nutzen-Risiko-Re-Evaluation.
Muss ich die HRT irgendwann absetzen?
Nicht zwangsläufig. Ob und wann ausgeschlichen wird, hängt von Symptomen, Alter und Risikoprofil ab — eine Einzelfallentscheidung.
Was passiert beim Absetzen?
Beschwerden können zurückkehren (Rebound). Ein schrittweises, begleitetes Ausschleichen mildert das.
Quellen
- NAMS Position Statement on Hormone Therapy. Menopause. 2022;29(7):767-794.
- DGGG/AWMF S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause (Stand 2025).