Das Polyzystische Ovarsyndrom ist die häufigste hormonelle Stoffwechselstörung der Frau — und eine der am häufigsten zu spät erkannten. Zyklusstörungen, Akne, vermehrte Behaarung, unerfüllter Kinderwunsch oder hartnäckiges Gewicht können Ausdruck eines PCOS sein. Eine spezialisierte Frauenärztin klärt die Ursache strukturiert nach den Rotterdam-Kriterien ab — Anamnese, Hormonlabor zum richtigen Zeitpunkt, Ultraschall.
Die Selbstauskunft ist keine Diagnose. PCOS wird ausschließlich ärztlich nach den Rotterdam-Kriterien diagnostiziert.
PCOS liegt nach den Rotterdam-Kriterien vor, wenn mindestens zwei von drei Merkmalen erfüllt sind — und andere Ursachen ausgeschlossen wurden:
Seltener oder ausbleibender Eisprung, klinisch erkennbar an unregelmäßigem oder ausbleibendem Zyklus.
Klinisch (Hirsutismus, Akne, androgenetische Alopezie) oder biochemisch (erhöhtes Testosteron im Labor).
Typisches Bild im transvaginalen Ultraschall (Follikelzahl, Ovarvolumen).
PCOS ist eine Ausschlussdiagnose: Schilddrüsenstörungen, Hyperprolaktinämie und das nichtklassische Adrenogenitale Syndrom müssen abgegrenzt werden.
Ein großer Teil der Betroffenen hat eine Insulinresistenz — unabhängig vom Gewicht, bei Übergewicht verstärkt. Hohe Insulinspiegel steigern die ovarielle Androgenproduktion und senken SHBG, wodurch das freie Testosteron steigt. Das verstärkt Akne und Hirsutismus und stört den Eisprung — ein Mechanismus, der sich durchbrechen lässt: bereits 5–10 % Gewichtsreduktion bei Übergewicht verbessern Zyklus und Stoffwechsel deutlich.
Bei Übergewicht ist eine moderate, nachhaltige Gewichtsreduktion die wirksamste Einzelmaßnahme — sie verbessert Zyklus, Hyperandrogenismus und Insulinsensitivität.
Zyklusstabilisierende oder antiandrogen wirkende Therapien bei Zyklusstörungen, Akne und Hirsutismus; ergänzend kosmetische Verfahren.
Insulin-Sensitizer (z. B. Metformin) bei nachgewiesener Insulinresistenz; bei begleitender Adipositas kann eine GLP-1-basierte Stoffwechseltherapie erwogen werden.
Bei unerfülltem Kinderwunsch steht die Ovulationsinduktion im Vordergrund — Letrozol gilt nach aktueller Leitlinie als bevorzugte Erstlinie.
Die Selbstauskunft führt dich in fünf Minuten durch Fragen zu Zyklus, Haut, Haaren und Stoffwechsel. Du bekommst eine erste Einordnung deiner Symptomkonstellation — und ob eine strukturierte gynäkologisch-endokrinologische Abklärung sinnvoll ist. Sie ersetzt keine Diagnose; die stellt eine Ärztin.
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