HRT: Pflaster, Gel oder Tablette?
Warum die Applikationsform medizinisch relevant ist — und weshalb transdermales Östradiol häufig bevorzugt wird.
Die Wahl der Applikationsform ist keine reine Komfortfrage — sie beeinflusst das Risikoprofil. Diese Seite erklärt die Unterschiede sachlich.
Die individuelle Auswahl trifft die Ärztin nach Risikoprofil und Präferenz.
Transdermal (Pflaster, Gel)
Bei transdermaler Gabe gelangt Östradiol unter Umgehung der ersten Leberpassage in den Kreislauf. Das ist mit einem geringeren Thrombose- und vermutlich Schlaganfall-Risiko assoziiert als die orale Gabe (Studienlage) — deshalb bei vielen Risikokonstellationen bevorzugt.
Vorteil zusätzlich: gleichmäßigere Spiegel. Mögliche Nachteile: Hautreaktionen am Pflaster, Dosierung beim Gel beachten.
Oral (Tablette)
Orale Gabe ist einfach und etabliert, geht aber durch die Leber-Erstpassage — mit etwas höherem Thrombose-Risiko und Einfluss auf Leberproteine. Für Frauen ohne erhöhtes Thrombose-Risiko kann sie dennoch geeignet sein.
Die Progesteron-Komponente
Unabhängig von der Östradiol-Form ist bei erhaltener Gebärmutter eine Gestagen-Komponente nötig (mikronisiertes Progesteron bevorzugt). Auch hier gibt es orale und andere Darreichungen.
Häufige Fragen
Ist das Pflaster sicherer als die Tablette?
Transdermales Östradiol ist laut Studienlage mit geringerem Thrombose-/Schlaganfall-Risiko assoziiert als die orale Gabe — daher oft bevorzugt, individuell abzuwägen.
Welche Form wirkt besser gegen Hitzewallungen?
Die Wirksamkeit gegen vasomotorische Symptome ist bei adäquater Dosierung vergleichbar — der Hauptunterschied liegt im Risikoprofil, nicht in der Wirkstärke.
Kann ich die Form später wechseln?
Ja, ärztlich begleitet — etwa bei Hautreaktionen, verändertem Risikoprofil oder Präferenz.
Quellen
- NAMS Position Statement on Hormone Therapy. Menopause. 2022;29(7):767-794.
- Vinogradova Y, et al. HRT and venous thromboembolism. BMJ. 2019;364:k4810.
- DGGG/AWMF S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause (Stand 2025).