Wie wird Endometriose diagnostiziert?
Anamnese, klinische Untersuchung und Bildgebung — die Diagnose ist heute auch ohne Operation möglich.
Lange galt die Bauchspiegelung als zwingender Goldstandard. Diese Seite erklärt den heutigen, leitlinienbasierten Weg sachlich. Die Diagnose stellt ausschließlich eine Ärztin.
Eine frühe Abklärung verkürzt die oft jahrelange Diagnoselatenz.
Anamnese & klinische Untersuchung
Grundlage ist eine strukturierte Schmerz- und Zyklusanamnese plus klinische Untersuchung. Schon hier ergibt sich häufig ein begründeter Verdacht, der die weitere Diagnostik steuert.
Bildgebung statt obligater Laparoskopie
Nach der ESHRE-Leitlinie (2022) kann die Diagnose klinisch und mittels Bildgebung gestellt werden — eine diagnostische Laparoskopie allein ist nicht mehr erforderlich. Transvaginaler Ultraschall ist die Basis; bei Verdacht auf tief infiltrierende Endometriose kann eine MRT ergänzt werden.
Wann doch eine Laparoskopie?
Die operative Sicherung mit Histologie bleibt relevant, wenn gleichzeitig behandelt wird oder die Bildgebung unklar bleibt. Die Indikation wird individuell abgewogen.
Häufige Fragen
Brauche ich für die Diagnose eine Bauchspiegelung?
Nicht zwingend. Die ESHRE-Leitlinie 2022 erlaubt eine klinische und bildgebende Diagnose. Eine Laparoskopie erfolgt vor allem, wenn gleichzeitig behandelt wird.
Sieht man Endometriose immer im Ultraschall?
Nicht jede Form ist sonografisch sichtbar (z. B. oberflächliche peritoneale Herde). Ein unauffälliger Ultraschall schließt Endometriose nicht aus — die Anamnese bleibt zentral.
Wie lange dauert die Diagnose im Schnitt?
In Deutschland im Mittel 7–10 Jahre. Genau deshalb ist eine frühe, strukturierte Abklärung wichtig.
Quellen
- Becker CM, et al. ESHRE guideline: endometriosis. Hum Reprod Open. 2022.
- S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Endometriose (DGGG/AWMF).