Medizinisches Glossar.
Kurze, präzise Erklärungen zu Begriffen aus der gynäkologischen Endokrinologie, Wechseljahrtherapie, Stoffwechseltherapie und PCOS — orientiert an den jeweils gültigen deutschsprachigen Leitlinien.
Wechseljahre & HRT
- Bioidentische Hormone
Bioidentische Hormone sind chemisch identisch mit den körpereigenen Sexualhormonen — etwa 17β-Östradiol und mikronisiertes Progesteron.
- Hitzewallungen
Hitzewallungen sind plötzliche Wärme- oder Schweißausbrüche, typischerweise im Oberkörper und Gesicht, die durch eine Fehlregulation des Wärmezentrums im Gehirn bei Östrogenmangel entstehen.
- Hormonersatztherapie (HRT)
Hormonersatztherapie (HRT) ist die ärztlich verordnete Gabe von Östrogen — bei erhaltener Gebärmutter immer kombiniert mit Progesteron — zur Behandlung klimakterischer Beschwerden.
- Klimakterium
Klimakterium bezeichnet die Lebensphase einer Frau, in der die Eierstöcke ihre hormonelle Funktion langsam einstellen — typischerweise zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr.
- Menopause
Menopause ist die letzte spontane Regelblutung einer Frau. Sie wird retrospektiv festgestellt, wenn 12 Monate keine weitere Blutung mehr aufgetreten ist.
- Östradiol
Östradiol ist das wirksamste natürliche Östrogen des weiblichen Körpers und wird vor allem in den Eierstöcken gebildet.
- Östriol
Östriol ist ein schwach wirksames Östrogen, das vor allem lokal in der Behandlung urogenitaler Beschwerden eingesetzt wird.
- Perimenopause
Perimenopause ist die Übergangsphase vor der Menopause mit unregelmäßigem Zyklus und schwankenden Hormonspiegeln — meist ab Mitte 40.
- Postmenopause
Postmenopause ist die Lebensphase nach der Menopause — ab dem Zeitpunkt, an dem 12 Monate lang keine Regelblutung mehr aufgetreten ist.
- Progesteron
Progesteron ist das wichtigste Gelbkörperhormon, gebildet vor allem in der zweiten Zyklushälfte und in der Schwangerschaft.
- Vaginale Atrophie
Vaginale Atrophie ist eine östrogenmangelbedingte Verdünnung und Trockenheit der Vaginalschleimhaut — mit Symptomen wie Trockenheit, Brennen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und häufigen Blasenentzündungen.
Stoffwechsel & Adipositas
- Adipositas
Adipositas ist eine chronische Erkrankung mit übermäßiger Anhäufung von Körperfett, definiert ab einem BMI von 30 kg/m².
- BMI (Body Mass Index)
Der Body Mass Index (BMI) ist eine Maßzahl zur Bewertung des Körpergewichts in Relation zur Körpergröße: Gewicht in kg geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern.
- GLP-1
GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1) ist ein körpereigenes Darmhormon, das den Blutzucker reguliert, das Sättigungsgefühl erhöht und die Magenentleerung verlangsamt.
- Insulinresistenz
Insulinresistenz beschreibt eine verminderte Empfindlichkeit von Körperzellen gegenüber dem Hormon Insulin — die Bauchspeicheldrüse muss mehr Insulin produzieren, um den Blutzucker stabil zu halten.
- Metabolisches Syndrom
Das metabolische Syndrom ist die Kombination aus stammbetontem Übergewicht, Insulinresistenz, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörung — ein zentraler Risikofaktor für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Semaglutid
Semaglutid ist ein GLP-1-Rezeptor-Agonist, der zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und zur Gewichtsreduktion bei Adipositas eingesetzt wird.
- Tirzepatid
Tirzepatid ist ein dualer GLP-1/GIP-Rezeptor-Agonist und in Studien der derzeit wirksamste medikamentöse Wirkstoff zur Gewichtsreduktion.
PCOS & Hyperandrogenämie
- AMH (Anti-Müller-Hormon)
Das Anti-Müller-Hormon (AMH) wird in den Eibläschen (Follikeln) der Eierstöcke produziert und gilt als Marker für die ovarielle Reserve.
- Hirsutismus
Hirsutismus bezeichnet vermehrte männliche Behaarung bei Frauen — typischerweise im Gesicht, an Brust, Rücken und Bauch.
- Hyperandrogenämie
Hyperandrogenämie bezeichnet erhöhte Spiegel männlicher Geschlechtshormone (Androgene) bei Frauen — häufigste Ursache ist das Polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS).
- Metformin
Metformin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Biguanide, der die Insulinempfindlichkeit verbessert — Standardtherapie bei Typ-2-Diabetes und Off-Label-Option bei PCOS mit Insulinresistenz.
- PCOS (Polyzystisches Ovar-Syndrom)
PCOS ist eine häufige hormonelle Stoffwechselerkrankung der Frau, gekennzeichnet durch Zyklusstörungen, Hyperandrogenismus und/oder polyzystische Ovarien — etwa 8–13 % aller Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter sind betroffen.
Allgemein gynäkologisch
- Amenorrhoe
Amenorrhoe bezeichnet das Ausbleiben der Regelblutung — primär (nie aufgetreten) oder sekundär (Pause von mehr als 3 Monaten bei zuvor regelmäßigem Zyklus).
- Dysmenorrhoe
Dysmenorrhoe bezeichnet schmerzhafte Regelblutungen — die primäre Form ist meist auf Prostaglandine zurückzuführen, die sekundäre Form auf Erkrankungen wie Endometriose oder Myome.
- Endometriose
Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst — häufig im kleinen Becken.
- GnRH-Agonist
GnRH-Agonisten sind Wirkstoffe, die nach initialer Stimulation die Hypophyse desensibilisieren und so die Östrogen- und Progesteron-Produktion herunterregulieren — eingesetzt bei Endometriose, Myomen und in der Reproduktionsmedizin.
Hormonlabor
- FSH (Follikelstimulierendes Hormon)
Das Follikelstimulierende Hormon (FSH) wird in der Hypophyse gebildet und steuert das Wachstum der Eibläschen sowie die Östradiol-Produktion.
- Hormonprofil
Ein Hormonprofil ist eine laborchemische Bestimmung mehrerer Hormone aus einer Blutprobe — typisch in der gynäkologischen Endokrinologie bei Zyklusstörungen, Wechseljahresbeschwerden oder Verdacht auf PCOS.
- LH (Luteinisierendes Hormon)
Das Luteinisierende Hormon (LH) wird in der Hypophyse gebildet und löst den Eisprung aus.
- SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin)
SHBG ist ein Transportprotein, das Sexualhormone (vor allem Testosteron und Östradiol) im Blut bindet und damit deren biologische Verfügbarkeit reguliert.
- Testosteron (bei Frauen)
Testosteron ist auch im weiblichen Körper ein wichtiges Hormon und wird in Eierstöcken und Nebennierenrinde gebildet — relevant für Libido, Energiehaushalt und Muskel-/Knochenstoffwechsel.